Katholischer Flüchtlingsgipfel und das neue Europäische Asylgesetz

Erzbischof Heße am 30.4. beim Flüchtlingsgipfel in Köln (Copyright: Deutsche Bischofskonferenz / Maximilian von Lachner)

Ein Beitrag von Flüchtlingsseelsorger Diakon Andreas Petrausch

Liebe Interessierte in den Pfarreien, liebe Kolleginnen und Kollegen in der Pastoral und der Caritas, liebe Mitbrüder,

Anfang dieser Woche fand der 8. katholische Flüchtlingsgipfel in Köln statt, an dem auch Sinischa Balaz als Flüchtlingskoordinator des Erzbistums Hamburg teilgenommen hat.

Der Themenschwerpunkt war das neue Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS), auf das die katholische und evangelische Kirche kritisch schaut.

In dem Europäischen Gesetz sind Lager an den Grenzen der EU vereinbart, in denen die Asylverfahren beschleunigt durchgeführt werden sollen.

Erzbischof Heße hat Lager in dieser Art u.a. in Lesbos besucht und erschreckende Einblicke in die Praxis erhalten.

Der einzelne Mensch mit seinen elementaren Bedürfnissen, Hoffnungen und Ängsten gerät schnell aus dem Blick.

Auch einige von Ihnen, die sich mit den Erlebnissen von Geflüchteten beschäftigen, hören nicht selten ungläubig die Berichte, was Menschen auf dem Weg zu uns erleben mußten – wenn sie es den überhaupt erzählen (können). Und nicht wenige sagen, dass sie solche Erlebnisse nicht hören können, weil es ihnen nur vom Hören hinterher nicht gut geht.

Und wie immer sind es die verletzlichen, die schutzbedürftigen und die durch Erlebnisse traumatisierte  Menschen, die in der anonymisierten Anzahl der Geflüchtete unter gehen und nicht die Kraft haben für sich einzutreten.

Ich freue mich, dass Erzbischof Heße den Blick genau auf diese Menschen richtet und an den ureigenen Auftrag der christlichen Kirchen erinnert.

Die Bibel ist voll von Gleichnissen und Erzählungen, wie z.B. vom Lazarus, der als armer Mann von der Tür eines Reichen liegt. (Siehe Evangelium nach Lukas 16, 19-31)

Wir alle kennen sie und haben es lange geschafft diese in die Vergangenheit zu verbannen.

Jetzt inzwischen liegt der Lazarus wieder vor unseren Grenzen, in unseren Städten und vor unseren Kirchen und stört unser Empfinden nach Schönheit.

Und hin und wieder erschreckt mich der Gedanke, dass wir in unseren Wohnungen, Häusern und Kirchen vielleicht die Reichen aus dem Gleichnis sind … .

Hier ist die offizielle Pressemitteilung der dbk zu dem 8. Flüchtlingsgipfel zu finden:

Insbesondere möchte ich die Interviews des Domradios und von Phönix ans Herz legen:

Weitere Beiträge finden sich unter:

Andreas Petrausch

E-Mail vom 3.5.2024

Diakon Andreas Petrausch
Flüchtlingsseelsorger beim Caritasverband für das Erzbistum Hamburg e.V.

Danziger Str. 66, 20099 Hamburg
T.: 040 – 280 140 – 806
H.: 0157 – 324 878 40 

andreas.petrausch@caritas-im-norden.de 

Titelfoto: Copyright: Deutsche Bischofskonferenz / Maximilian von Lachner